3. Deutsch-Lettisches Partnerschaftsforum in Selm-Bork ging erfolgreich zu Ende
3. Deutsch – Lettisches Partnerschaftsforum 12.8. – 16.8.2009 in Selm Bork
Das Deutsch-Lettische Partnerschaftsforum fand statt im Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) in Selm-Bork.
Vorbereitet wurde das Projekt gemeinsam vom Deutsch-Lettischen Freundeskreis e.V. Willich, dem Kreis Gütersloh, der Gemeinde Handwitt, der Stadt Salacgriva, der Stadt Smiltene, dem Institut für europäische Partnerschaften und internationale Zusammenarbeit e.V. (IPZ) und der International Police Assosiation (IPA).
Eingeladen waren neben den Lettischen und Deutschen Partnern
auch die jeweiligen Partner aus weiteren europäischen Ländern, z.B. aus Polen, Frankreich, Ungarn und Italien. Wegen der großen wirtschaftlichen Schwierigkeiten und der in diesem Jahr stattfindenden Wahlen und kommunalen Neuordnungen mussten leider die bereits angemeldeten Teilnehmer aus Pincara (Italien) und aus Györ (Ungarn) ihre Teilnahme kurzfristig absagen.
Erfreulich war, dass ein hoher Anteil jugendlicher Teilnehmer aus Deutschland, Frankreich, Polen und Lettland an der Konferenz teilnehmen konnte.
Das Programm wurde im Verlauf der Vorbereitungen nach Rücksprache mit den beteiligten Gemeinden, Vereinen und Jugendvertretern mehrfach modifiziert bis zu seiner endgültigen Fassung. Dabei war es wichtig, vor allem aktuelle Themen aufzugreifen: Wirtschaftskrise, kommunale Neugliederung, 20 Jahre Fall der Berliner Mauer u.ä.
In seiner Eröffnungsrede sprach der Leiter des Forums, Wolfgang Brock, vom gemeinsamen „Dorf Europa“, in dem es eine Selbstverständlichkeit sein müsse, dass die Menschen in den Häusern leben können und sich durch das „Dorf“ geschützt fühlen können. Nachbarschaftshilfe zum Wohle aller müsse selbstverständlich sein. Uwe Schummer, MdB, verstärkte dies mit den Worten: “Nicht Ideologie sonder menschliches Miteinander bestimmt unser Leben in Europa.“
Das Jugendforum fand zum Teil parallel zum Erwachsenenforum statt. Dabei haben sich die Jugendlichen intensiv mit dem Thema Europa befasst und z. b. einen Forderungskatalog an die Politik erarbeitet. Des weiteren wurden gemeinsame Aktionen für den Europatag 2010 erarbeitet unter dem Motto: Sei individuell – Sei Europa!
In parallelen Workshops wurden die Themen: Gemeinsame Internetpattform , Erneuerbare Energien in Europa und Förderung der deutschen Sprache diskutiert. Zum Thema Förderung der Deutschen Sprache in Lettland wurde eine Resolution einstimmig verabschiedet, die an die Ministerpräsidenten der Deutschen Länder, das Auswärtige Amt und an die Lettische Regierung versandt wird.
Einen breiten Raum nahmen auch die Themen der polizeilichen Ausbildung und Fortbildung sowie Opferschutz und Vernetzungsarbeit im Kontext häuslicher Gewalt ein. Dieses Thema ist zur Zeit in vielen Europäischen Ländern sehr aktuell und wurde unter verschiedenen Aspekten beleuchtet.
Während tagsüber ein intensiver Gedanken- und Erfahrungsaustausch über die unterschiedlichen Themen stattfand, wurde abends ein kulturelles Programm geboten, bei dem sich die Teilnehmer in lockerer Atmosphäre begegnen konnten. So gab es die Gelegenheit, die von allen Teilnehmern bestückte Ausstellung über die Partnerschaftsaktivitäten zu besichtigen, in Kleingruppen neue Kontakte zu knüpfen oder bestehende Verbindungen zu intensivieren.
Teilnehmer aus verschiedenen Ländern boten musikalische Unterhaltung, ( Dace Upite, Sängerin aus Lettland, Louise Folliot und Amaury Breynne aus Frankreich, Saxophonquartett N(ex)t aus Lettland, Sänger aus Deutschland, Kiepenkerl aus Deutschland).
Die Jugendlichen führten eine von ihnen einstudierte Bühneshow auf mit einer europäischen Modenschau und einer Zaubervorstellung, die bei allen Teilnehmern großen Anklang fand. Hohes Interesse fand bei den Jugendlichen wie Erwachsenen das Thema Chancen durch Auslandspraktika für Schüler/innen und Studenten/innen. Zum Thema referierten Frau Mechtild Walter und Herr Wolfgang Brock, die beide bereits über Erfahrungen zum Thema verfügen.
Im weiteren Verlauf der Konferenz referierte Herr Eckart Herold (ehem. Mitarbeiter der Ständigen Vertretung der BRD bei der DDR, Botschafter a.D Riga) zum Thema : 20 Jahre Fall der Berliner Mauer – Chance für Europa. Dabei und in der anschließenden Diskussion wurde vor allem der Aspekt einer europäischen Identität als erstrebenswert hervorgehoben. Auch das Thema „Ehrenamt und Vereine“ im Sinne einer Weiterentwicklung der Vernetzung wurde diskutiert. Zum Abschluss der Konferenz kam Herr Elmar Brok, MdEP, zu Wort zum Thema: EU heute und in Zukunft, 5 Jahre Mitgliedschaft Lettlands, Ergebnisse der EU Wahlen und ihre Auswirkungen. Er kam zu dem Ergebnis, dass Europa nur gemeinsam eine Chance hat, sich in der Welt zu positionieren und daher der Ausbau von Netzwerken erforderlich ist. Das Forum schloss sich dieser Meinung an und stellte fest, dass die Weiterentwicklung Europas mit seiner Werteordnung ein vordringliches Ziel ist.
Zum Abschluss der Konferenz wurden noch einmal alle Ergebnisse der Arbeitsgruppen vorgetragen. Besonders erfrischend und zukunftsweisend war hierbei der Vortrag der Jugendvertreter.
Zum 4. Partnerschftsforum 2010 hat die Stadt Salacgriva (LV) vom 25.8. –28.8.2010 gemeinsam mit ihrer Partnerstadt Handewitt nach Salacgriva eingeladen. Bereits jetzt gibt es Themenvorschläge, die aus der diesjährigen Konferenz hervorgegangen sind:
- Deutsch-Lettische Sprachförderung,
- Kommunale Neugliederung,
- Ehrenamt und NGOs,
- Berufspraktika,
- Erfahrungsberichte,
- Wirtschaftsförderung im europäischen Kontext,
- internationale Jugendbegegnung
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